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Aktenmäßige Nachrichten von dem Gauner- und Vagabunden-Gesindel, sowie von einzelnen professionierten Dieben, in den Ländern zwischen dem Rhein und der Elbe – Karl P. Schwencken, 1822

138. Cariol, Catharine

Signalelement

* Sie ist 35 Jahr alt, 5 Fuß 1 Zoll groß, starker Statur, hat dunkelblonde lange Haare, dunkelgraue Augen, starke, vorne etwas dicke Nase, gewöhnlichen Mund, rundes, etwas starkes Kinn, längliches, volles und glattes Gesicht. Sie saß im Jahr 1811 mit ihrem Zuhälter, dem im Stockhause zu Giesen verstorbenen Johannes Vielmetter (No. 86. d. V.), in Giesen, und wurde dortselbst des Landes verwiesen (a).

139. Cariol, Henrich, in Obermörlen geboren.

Signalelement

*Er ist 24 Jahr alt, 5 Fuß mehrere Zoll groß, hat dunkele Haare, hellblaue Augen, gewöhnliche Nase und Mund, rundes Kinn, und ein hageres Gesicht mit Blatternarben. Er ist ein Bruder von Catharine Cariol (No. 158) und zog sonst mit dieser und deren Beischläfer Johannes Vielmetter umher (b).

140. Carl N. N. vulgo Schleifers Carl.

Signalelement

Er ist ungefähr 5 Fuß 6 Zoll groß, hat blonde Haare, eine spitze Nase, ein rundes Kinn und glattes Gesicht. Er gehört zu den Räuberbanden, welche im Oktober 1809 einen Raub auf der Hehrmühle bei Bernshausen (Großherzogtum Hessen) verübten (c).

(a) von Grolman a. a. O, S. 258 | (b) Daselbst a. a. O. | (c) Daselbst. S. 555.

141. Carl, der scheele

Signalelement

Er ist ungefähr 57 Jahr alt, etwa 5 Fuß 2 Zoll groß, hat schwärzliche Haare, schmale spitze Nase, großen Mund, Blatternarben im Gesicht. Ist beinahe ganz blind. Er hielt sich ehemals im Odenwalde auf (a).

142. Caroline N. N.

Signalelement

Sie ist 34 bis 36 Jahr alt, mittlerer Größe, starker Statur, hat blonde Haare, ein rundes Gesicht, und gute Gesichtsbildung. Trug ehemals gewöhnlich eine Leipziger Haube. Sie war die Ehefrau oder Zuhälterin des Friedrich Schmit, vulgo Hamburger Fuchs, und Diebesgenossin des zu Magdeburg hingerichteten Theodor Unger (No. 84d. V.)

145. Caspar N. N. vulgo grubichter Caspar.

Signalelement

Er ist zwischen 40 und 50 Jahr alt, mittlerer Größe, hat eine spitze Nase, spitzes Kinn, und viele Blatternarben im Gesicht. Er war 181o verheiratet und hatte 5 Knaben und ein Mädchen von damals 14 – 5 Jahren. Sein Stiefvater, Georg-Henner, ging mit der Zitter. Er gehört zu den Grabfelder Gaunern (b).

(a) Brill a. a. O. S. 487 | (b) Beschreibung der Grabfelder Räuberbande S. 22.

144. Caspar N. N. vulgo Haferstroh.

Er wohnte ehemals in einem einzelnen Hofe auf der langen Hecke im Bergischen Amte Kombroich, stand mit Gaunern, namentlich mit Nicolaus Harting (No. 351) in Verbindung, dem er unter andern um das Jahr 1811 einen Diebstahl beim Pfarrer zu Langenbach im Bergischen gebaldowert hat.

145. Christian N. N. (wahrscheinlich Reipert).

Signalelement

Ist ungefähr 45 Jahr alt, 5 Fuß 5 – 6 Zoll groß, schlank von Statur, hat schwarzbraune Haare, blonde Augenbraunen, graue Augen, spitze Nase, mittelmäßigen Mund, blonden Bart, spitzes Kinn, längliches Gesicht. Er war früher österreichischer Soldat, und zog nachher im Hanauischen, Fuldaischen und der Wetterau umher. Johannes Reipert (No. 814) ist ein Bruder von ihm. Bei den Untersuchungen in Heidelberg und Darmstadt, sind mehrere Verbrechen gegen ihn zur Sprache gekommen (a).

146. Christian N. N. vulgo der scheppe (schiefe) Preuß.

Signalelement

Er ist 40 bis 42 Jahr alt, 5 Fuß 3 Zoll groß, von dicker gesetzter Statur, er hat ein volles Gesicht mit Blatternarben, schief gebogene Beine, und einen wackelnden Gang. Er hatte ehemals auf seinen Zügen immer eine Weibsperson bei sich, und machte vornehmlich vom Marktdiebstahl Gewerbe. Bei der in Heidelberg und Darmstadt geführten Untersuchung ist er der Teilnahme an verschiedenen Verbrechen bezichtigt worden (b).

a) Pfister a. a. D. Th. I. S. 181. Brill a. a. O. S. 498. | b) Pfister a. a. D. Th. II. S. 265. Brill a. a. D. S. 265, Brill a.a.O. S. 515 und 517

147. Christian, Johann Dietrich, ein Zigeuner.

Ist 39 Jahr alt, und angeblich in Stetebach bei Lohna geboren. Er zog sonst mit irdenem Geschirr herum und hatte um das Jahr 1812 seine gewöhnliche Niederlage in Schröck bei Amöneburg (Kurhessen). Damals hatte er mit Wilhelmine Friedrich, aus Erlingerode gebürtig, 5 Kinder, von denen:

  • 1) Philippine 11 Jahr alt,
  • 2) Amalie 7 Jahr alt, und
  • 3) August 5 Jahr alt war.

Er saß zu der angegebenen Zeit wegen Verkehrs mit andern Gaunern in Marburg, musste aber wegen Mangels an hinlänglichen Beweisen wieder in Freiheit gesetzt werden.

148. Christiane N. N.

Signalelement

Ist 34–36 Jahr alt, großer starker Statur, hat schwarzbraune Haare, ein rundes glattes Gesicht. Sie war ehemals Zuhälterin des im Jahr 1807 in Magdeburg zu lebenslänglicher Eisenstrafe verurteilten Joseph Samuel und gehörte wie dieser zu der Diebesgesellschaft des Theodor Unger (No. 84 d. V.) Früher hatte sie 5 Jahre in Hildesheim gesessen.

149. Christmann, Joh. Gottfried, aus Kleinluga, bei Lorkwitz.

Signalelement

* Er ist 5o Jahr alt, 6 Fuß 5 Zoll groß, hat schwarze Haare, blaue Augen, eine etwas längliche gebogene Nase, kleinen Mund. An der linken Hand fehlt ihm ein Finger. Er hatte wegen Diebstahls schon eine 4jährige Zuchthausstrafe verbüßt, als er im Dezember 1819 wegen Kirchendiebstahls von neuem mit Joseph Schmit (No. 590) beim Patrimonial-Gericht zu Kreischa bei Dresden zur Untersuchung gezogen wurde.

150. Claus,

wurde im Jahr 1807 als Genosse des Theodor Unger in Magdeburg auf lebenslang zur Festungs-Arbeit, so wie zum Staupenschlag und Brandmark verurteilt.

151. Gölle, oder Götn (Anne Barbare), aus Vettelschloß im Wied-Runkelschen.

Signalelement

* Sie ist 42 Jahr alt, mittlerer Größe, hat blonde Haare, graue Augen, längliche spitze Nase, breiten Mund, rundes Kinn, Blatternarben im Gesicht, und auf der linken Backe zwei, auf der rechten eine Warze. Sie war Zuhälterin des berüchtigten Räubers Nicolaus Harting (No. 551), von dem sie zwei Kinder hat, eins von 15, das andere von 10 Jahren. Im Jahr 1808 saß sie unter dem Namen Anna Barbara Reinhard mit anderen ihres Gelichters in Heiligenstadt, und 3 Jahre nachher mit ihrem Zuhälter in Marburg, von wo sie im August 1811 über die Grenze gebracht wurde.

152. Conrad N. N. vulgo der große, oder Bettel-, oder schwarze Conrad.

Er hat vier Söhne, die sich sämtlich als Gauner bekannt gemacht haben. Einer heißt Conrad, zwei andere Johannes, der Name des Vierten ist unbekannt (a).

(a) Pfister a. a. D. Th. II.-S. 263.

155. Conrad N. N. vulgo schwarzer Conrad.

Signalelement.

Er ist 40–42 Jahr alt, 5 Fuß 6 – 7 Zoll groß, hat dunkelbraune Haare und Augenbraunen, schwarze Augen, eine etwas dicke Oberlippe, längliches Gesicht. Er ist ein Sohn des sogenannten großen Conrads, eines Gauners, der um das Jahr 16o3 zu Münden (Hannover) in der Gefangenschaft gestorben ist, und der lahmen Anne Margarethe Schmit. Geschwister von ihm sind:

  • 1) Joseph (No. 452),
  • 2) Wilhelm Reinhold,
  • 3) Marie Christiane Weiß (No. 1158b),
  • 4) Anne Marie, welche sich auch Mariane Schmit nennt, und
  • 5) Sophie, welche mit ihrer Mutter im Jahr 18o8 zu Heiligenstadt saß.

Der schwarze Conrad hielt sich in früheren Zeiten mit seiner Mutter und seinen Geschwistern meist in Bozum (Hildesheim) auf, wurde dort aber im Jahr 1806, wo man, bei Gelegenheit einer Untersuchung wider Franz Reinecke (No. 8o8), seinen Verbrechen auf die Spur kam, flüchtig. Er gehört zu den vollendendesten Spitzbuben. Schon als Knabe entsprang er mit vieler Kühnheit aus der Strafanstalt in Waldeck. Im Dezember 18o6 saß er zu Albaxen bei Hörter (Corvey), im Sommer 18o8 zu Einbeck und im November desselben Jahrs unter dem Namen Caspar Schmit zu Büren (Paderborn). Unter denselben Namen befand er sich mit seinem Bruder Joseph, seiner Beischläferin Anne Marie Hofmann (No. 4Go), deren Bruder Johann Michael Hofmann (No. 54 d, V), Johann Martin Rupprecht (No. 70 d. V.) und anderen zu Langenselbold, brach aber auch dort aus. Er kommt auch unter dem Namen Conrad Waitz aus Maid im Usingischen vor.

Er hat an einer großen Menge von Räubereien und Diebstählen im Hessischen, Hannöverschen, Paderbornschen c. Teil genommen; außer den in den interessanten Zeichnungen S. 38 genannten Verbrechen liegen ihm namentlich zur Last: der Raub in der… Veitsmühle bei Giboldehausen (August 18o6) der Raub zu Schelde bei Hildesheim (Juni 1806) und der Mouselin – Diebstahl zu Obernursf (Kurhessen) (Novbr. 18o1). Er ist höchstwahrscheinlich. Eine Person mit dem No. 1171 vorkommenden Christian Wolf.

154. Conrads Conrad, ein Sohn des großen Conrad (No. 152).

Signalelement

Er ist 45 – 46 Jahr alt, 5 Fuß 2–3 Zoll groß, gesetzter Statur, hat schwarze Haare und Augenbraunen, spitzes Kinn, schmales Gesicht, starken Bart. Er zieht als Korbmacher umher, und kommt auch unter dem Namen Conrad Eckstein vor.

155. Conrads Hannes, ein Sohn des großen Conrad (No. 152).

Signalelement

Ist 36–57 Jahr alt, 5 Fuß 7 – 8 Zoll groß, untergesetzter Statur, hat schwarze Haare und Augenbraunen, schwarzbraune Augen, eine ziemlich große Nase und schwarze Gesichtsfarbe.

156. Conrads N. N. vulgo roter Conrads Bube, ebenfalls ein Sohn des großen Conrad (No. 152).

Signalelement

Er ist etliche und 50 Jahre alt, nicht groß, hat gelblich rote Haare, gelbe Augenbraunen, graue Augen, etwas breite Nase, gewöhnlichen Mund, Blatternarben im Gesicht und geht etwas gebückt. Er versteht den Bass ein wenig zu spielen, und führte ehemals eine Frau mit mehreren Kindern bei sich. Diese ist etliche und 30 Jahre alt, hat rote Haare, graue Augen, stumpfe Nase und Sommerflecken.

157. Constant, Catharine, angeblich aus Schwalbach (Nassau) gebürtig.

Signalelement

* Sie ist 30 Jahr alt, 5 Fuß weniger Zoll groß, hat hellbraune Haare, hohe Stirn, hellbraune ziemlich große Augen, ziemlich lange und dicke Nase, großen Mund mit aufgeworfener Oberlippe, gesunde Zähne, rundes Kinn, weißen Teint, gesunde Gesichtsfarbe. Sie wurde im November 1818 wegen Diebstahls zu Neustadt (Kurhessen) verhaftet, von da im April 1819 an das Kriminal-Gericht in Cassel abgeliefert, und im April des genannten Jahrs zur Anstellung an den Strafpfahl verurteilt, und da deren Annahme in Schwalbach verweigert wurde, im August 1819 zum Zwangs-Arbeitshause in Cassel abgegeben. Sie gibt vor, ihre Mutter, von der sie mit einem Soldaten erzeugt sei, früh verloren, sodann mit Joseph Krämer umhergezogen und seit den letzten Jahren einen Handel mit Nähnadeln und dergleichen getrieben zu haben. Sie ist wahrscheinlich eine Tochter oder Schwester des Joseph Weber (No. 1112.)