Seite 486 ff. Signalelements

Actenmäßige Nachrichten von dem Räubergesindel in den Maingegenden, dem Odenwald und den angrenzenden Ländern Besonders in Bezug auf die in Darmstadt in Untersuchung befindlichen Glieder desselben Von C.F. Brill, Großherzogl. Hessischem Kriminal-Richter zu Darmstadt. Zweite Abtheilung. Darmstadt 1815

Inhalt

In der Einleitung habe ich bereits bemerkt, dass die in den hiesigen Untersuchungsakten vorkommende Signalements bereits in Pfisters aktenmäßiger Geschichte usw. daraus gezogen, aufgenommen sind, und daher nur einige darin noch nicht aufgenommene und dasjenige, was allenfalls zur Vervollständigung der dort vorkommenden dienen könnte, folgen werde. Ich suche dieses in Nachstehendem zu erfüllen, indem ich zugleich die, den noch nicht verhafteten Räubern und Dieben insofern sie in dem gegenwärtigen Werk vorgekommen sind, nach den hiesigen Untersuchungsakten zur Last fallenden Verbrechen bei jedem anführe. Nach dem, was ich in der Einleitung gesagt habe, wird es mir erlaubt sein, mich auf Pfister und von Grolmann zu beziehen, wenn bei ihnen die Signalements schon zu finden sind.

Signalelements

1.) Buttlax’s-Hannes

Er ist 5 Schuh 4 – 5 Zoll groß, schlanker Statur, etliche und dreißig Jahr alt, hat schwarze Haare, schwärzliche Gesichtsfarbe, sauberes längliches Gesicht, längliche Nase, mittelmäßigen Mund und schwarzbraune Augenbraunen. Er ist ein besonderer Kamerad von Anton und Peter Keil. An Verbrechen liegt ihm da hier zur Last: Straßenraub bei Rimbach, 2ter Abth. p. 244.

2.) Georg Miel,

Er ist 36 – 38 Jahre alt, ein breitschulteriger, dicker Kerl, hat etwas breites aber glattes Gesicht, dicke Lefzen und gewöhnliche Nase. Nach den hiesigen Untersuchungsalten gehörte er zur Schinderhannesschen Bande und hat namentlich mit dem Schinderhannes einen Raub jenseits des Rheins verübt.

3.) Der scheele Karl

Er ist 30 Jahre alt, 5 Schuhe, circa dritthalb Zoll groß, ist sehr stark blatternarbig, hat schwärzliche Haare, schmale spitze Nase, großen Mund, leidet am Gesicht so, dass er fast nichts sehen kann; unter dem Namen ,,scheeler Karl“ soll er im Odenwald allgemein bekannt sein. An Verbrechen kommen ihm da hier zur Last: Diebstahl zu Trennfurt, 2ter Abth. p. 208

4.) Hefen-Lenert

Er ist ein alter Kerl, der mit irdenem Geschirr handelt und unter dem bemerkten Namen im Odenwald allgemein bekannt ist.

Zur Last fallen ihm:

1.) Diebstahl zu Ober-Finkenbach. vid. 2te Abth. p. 267

2.) Diebstahl zu Rimbach. vid. 2te Abth. p. 268

3.) Diebstahl auf der dasigen Mühle. vid. 2te Abth. p. 265

4.) Diebstahl zu Mossau. vid. 2te Abth. p. 266

5.) Diebstahl zu Scheuerbach. vid. 1ste Abth. p. 208

5.) Joseph Braun oder Brown.

vid. Pfisters aktenmäßige Geschichte, 2ter Thl. p. 261

Er heißt mit seinem Vornamen Joseph, ist von Bruck an der Leitha, von mittlerer dick gesetzter Statur, ungefähr 40 Jahre alt, katholischer Religion, hat ein vollkommenes Gesicht, gewöhnliche Nase und Mund und ist 5 Schuhe und etwas über 4 Zoll groß, spricht mehr französisch als deutsch. Er saß als Vagabund und Dieb vom 15ten August 1802 bis 8ten Februar 1805 im Zuchthaus zu Diez; er geht auch mitunter als angeblich verarmter Kaufmann und erhebt in dieser Eigenschaft Kollekte, hat eine kleine Frau bei sich, die wahrscheinlich von Mannheim gebürtig ist. Er ist ein Haupträuber,

Nach den hiesigen Untersuchungsakten kommt ihm zur Last:

  1. Gewaltsamer Einbruch und Raub auf der Mühle zu Oberliederbach. (vid. 1ste Abth. p. 55.)
  2. Teilnahme an dem gewaltsamen Einbruch und Raub zu Lengfeld

und nach Wiesbadener Untersuchungsakten

c) Teilnahme an dem gewaltsamen Raub und Einbruch in dem Pfarrhaus zu Sossenheim und der dabei vorgefallenen Ermordung eines Metzgers von Höchst

6.) Itzig Muck

vid. Pfisters aktenmäßige Geschichte, 2ter Thl. p. 255

Nach dem kürzlich erschienenen alphabetischen Verzeichnis einer Anzahl Räuber und Diebe von dem Königl. Dänischen Polizeimeister Christensee zu Kiel führt er den Nahmen Muck daher, weil er denen, die neben ihm sitzen, ins Gesicht schielt und mit ihnen allerlei Possen treibt.

Er ist nach der dasigen Beschreibung mittlerer Statur, 36 – 38 Jahre alt, hat schwarze abgeschnittene, nicht sehr krause Haare, viele Blatternarben, schwarze Augen, aufgeworfene Lippen und wird daher auch mitunter Itzig Schnut genannt. Er gehört zur vormals Niederländischen Räuberbande, zu Fladingen im Würzburgischen war er vor 5 Jahren arretiert und brach aus. Seine Frau heißt Sara und ist zu Weimarschmitten bei Fladingen im Würzburgischen gebürtig.

Außer den bei Pfister vorkommenden nach den hiesigen Akten ihm zur Last kommenden Verbrechen:

  • Gewaltsamer Einbruch und Raub auf der Breitenborner Mühle. vid. 1ter Abth. p. 46
  • Attentierter gewaltsamer Einbruch und Raub zu Gräverwiesbach. vid. 1ter Abth. p. 51
  • Gewaltsamer Einbruch und Raub in der Oberliedersbacher Mühle. vid. 1ter Abth. p. 55.

liegt ihm weiter zu Schulden:

  • Gewaltsamer Einbruch und Raub zu Lengfeld

7.) Anton Keil

vid. Pfister 1ter Thl. p. 166. 2ter Thl. p. 257

Nach hiesigen Akten stand derselbe früher auch unter dem Kaiserl. Österreichischen Militär, von dem er desertierte. Er kam damals venerisch nach Rimbach, wo er eine Zeitlang, um sich kurieren zu lassen, lag. Nach einer Bekanntmachung des Staatsprokurator bei dem Kreisgericht erster Instanz zu Mainz, Herrn Schwabe, ist derselbe mit vier andern Criminal-Verbrechern auf dem Transport nach Zweibrücken in der Nacht vom 15ten auf den 16ten May d. J. aus dem Gefängnis zu Weerstadt durchgebrochen und entwichen. In den, in den Steckbriefen von ihm gegebenen Signalements wird er so beschrieben:

Er ist 36 Jahr alt, Blechschmitt, von Quirnheim, 5 Schuh 3 Zoll groß, hat ein länglich und blasses Gesicht, schwarzen großen Backenbart, lange Nase, eine Narbe von einem Messerstich auf der linken Seite unten nahe an der Nase und gewöhnlichen Mund. Er trug bei seiner Entweichung ein weißes leinenes Kamisölchen mit Husaren – Knöpfen, auch weiße leinene lange Hosen, rotes Gillet, weiße wollene Strümpfe und Schuhe; er führt seine Tochter Anna Maria bei sich, die zehn Jahr alt, klein, dick und blond von Haaren,» trägt ein blau tuchenes Kleid, rot gerändelte Schürze, Schuh mit Absätzen und Schnallen.

Außer dem bei Pfister vorkommenden Straßenraub bei Rimbach (vid. 2teAbth. p. 224.) kommt ihm nach den hiesigen Untersuchungsakten weiter zur Last:

  1. Straßenraub bei Dieburg
  2. Diebstahl zu Brandau. vid. 1ste Abth. p. 171.
  3. Attentirte qualifizierte Diebstähle zu Grumbach und Gumpen. vid. 1ste Abth. p. 196 u. 197.
  4. Diebstahl zu Beedenkirchen. vid. 2te Abth. p. 253

8.) Der rothe Christian

vid. Pfister zr Thl. p. 167. 2r Thl. p. 288.

Er ist der Sohn von dem Schrambäckichen Jörg ( Georg Fontsch) (Pfister 2ter Thl. p. 267.) und in Wertheim verhaftet

9.) Georg Horn vulgo Wurzel-Jörg

vid. Pfister 1ter Thl,. p. 269. 2ter Thl. p. 330. v. Grolmann p. 495

Er wird auch der große Jörg und Meesbastel genannt, An Verbrechen liegen ihm nach den hiesigen Untersuchungsakten zur Last:

  1. Gewaltsamer Einbruch und Raub zu Geislitz vid. 1ste Abth. p. 43.
  2. Diebstahl zu Laudenau, vid. 1ste Abth. p. 176.
  3. Diebstahl zu Reisterhaußen. vid. 1ste Abth. p, 84
  4. Diebstahl im Kloster Schmerlenbach. vid. 2te Abth. p. 272.
  5. Attentierter Diebstahl zu Weckbach. vid. 2te Abth. p. 303.
  6. Diebstahl zu Seckmauern vid. 1ste Abth. p. 202.
  7. Diebstahl zu Sommerau.
  8. Diebstahl zu Fürstengrund.
  9. Diebstahl zu Mosbach im Bachgau,
  10. Diebstahl auf der Straßenmühle bei Kleestadt.
  11. Diebstahl zu Unter-Wiebelsbach. vid. 1ste Abth. p. 222

10.) Der krumme Hannfriedel

vid. Pfister 1ter Thl.p. 169. 2ter Thl, p.232. v. Grolmann p.487

Nach den hiesigen Akten ist derselbe 5 Schuh 8 – 9 Zoll groß (womit auch das Signalement in von Grolmanns aktenmäßiger Geschichte 2c. p. 487. übereinkommt). Er heißt Johann Friedrich Koch und war im Jahr 1813 zu Meinungen verhaftet und damals trieb er einen Galanteriehandel, sonst handelte er auch mit steinernem und irdenem Geschirr. Er ist nach Heusners Angabe aus dem Fuldischen gebürtig und hat das charakteristische Kennzeichen, dass ihm an einem Finger das obere Glied fehlt. Die ihm in den hiesigen Untersuchungsakten zur Last fallende Verbrechen sind:

1.) Straßenraub im Altkronauer Wald, vid. 1ste Abth. p. 88.

2.) Straßenraub zwischen Reinheim und Spachbrücken. vid. 1ste Abth. p. 104.

3.) Straßenraub zwischen Oberroden und Heusenstamm. vid. 1ste Abth. p. 108.

4.) Straßenraub im Spessart bei Rohrbrunn, vid. 2te Abth. p. 328.

5.) Diebstahl zu Okarben an einem Frachtwagen. vid. 2te Abth. p. 342.

6.) Attentierter Straßenraub zwischen Ettershausen und Habicht. vid. 2te Abth. p. 156.

Aus Irrtum wird ihm bei Pfister auch die Teilnahme an dem Straßenraub zwischen Büchermich, Kalbach und Mittelkalbach, sodann der versuchte Straßenraub bei Mergentheim zugeschrieben;

der bei diesem Verbrehen vorkommende Friedel hieß Friedrich Bernhard.

11.) Johann Adam Weis

vulgo kleiner auch Scheerenschleifer Han-AUdam, auch das kleine Jüdchen genannt. vid. Pfister 1ter Thl, p. 170. 2ter Thl, p. 231. v. Grolmann p. 255.

Verbrechen:

1.) Gewaltsamer Einbruch und Raub zu Altenhofen. vid. 1ste Abth. p. 60.

2.) Intendierter gewaltsamer Einbruch und Raub zu Eckendenroth. vid. 1ste Abth. p. 68.

3.) Straßenraub zwischen Reinheim und Spachbrücken. vid. 1ste Abth. p. 104

4.) Straßenraub zwischen Haingründau und Gelnhaußen. vid. 1ste Abth. p. 122.

5. ) Diebstahl auf dem Reußerhof bei Diebach, vid. 1ste Abth. p. 164.

6.) Straßenraub auf der langen Meile. vid. 2te Abth. p. 332.

7.) Diebstahl auf einem Dorf bei Homburg von der Höhe. vid. 2te Abth. p. 344.

6.) Diebstahl zu Dörnigheim bei Hanau, vid. 2te Abth. p. 344.

12. ) Georg Fehn

vulgo dicker oder krummer Jörg  vid. Pfister 1ter Thl. p. 171. 2ter Thl.p.232. v. Grolmann p.481

Er wird auch der Spessarts – und Zunder- Jörg genannt. Im März 3808 war er bei dem Großherz. Hessischen Amt Hirschhorn wegen eines zu Unterschönmattenweg durch Einbruch verübten Diebstahls in Verhaft, aus dem er sich zu befreien wusste. Er nannte sich damahls Georg Weidner und gab vor, dass er von Grünstadt jenseits Rheins gebürtig sei; auch hatte er auf diesen Namen einen sonst guten Pass bei sich. Nach den übereinstimmenden Aussagen der hiesigen Verbrecher trifft bei ihm das bei Pfister I. c. bemerkte ausgezeichnete Kennzeichen, dass der linke Arm etwas kürzer als der rechte ist, wirklich ein. Heusner gibt darüber noch näher an, dass der Ellenbogen verdreht sei. Sonst beschreibt ihn Kinzinger der noch im Jahr 1813 mit ihm zusammen war, dahin: derselbe sei dickgesetzter breitschultriger Statur, 5 Schuh 3 – 4 Zoll groß, habe ein rotes feuriges Gesicht, etwas aufgeworfene Lippen, mittelmäßigen Mund, mittelmäßige, gegen die Spitze etwas dicke Nase, blonde, hinten etwas aufgekrauste Haare und auf dem Scheitel eine kleine Glatze. Seine wahre persönliche Verhältnisse sind bei Pfister 2ter Thl. I. c. so angegeben, wie sie auch mit den hiesigen Akten überein kommen. Während den Vestungsarbeiten zu Cassel arbeitete er daselbst zeitweise, indem er von da aus auf Raub und Diebstahl, unter dem Vorwand die Seinigen zu besuchen, ausging. Nach neueren Nachrichten ist er wahrscheinlich bei einem gewaltsamen Einbruch zu Sommerau im vorigen Jahr erschossen worden. In den lebt verflossenen Jahren war sein Hauptaufenthalt im Maingrund und bei Wertheim. Im Jahr 1813 saß er zu Aschaffenburg, wo er durchbrach.

An Verbrechen kamen ihm da hier zur Last:

1.) Straßenraub bei Grumbach an Tuchmachern.

2.) Straßenraub zwischen Hanau und Oberrodenbach.

3.) Straßenraub im Walde zwischen Mönchberg und Fechenbach

4.) Straßenraub bei Königstein

5.) Diebstahl im ehemaligen Kloster Schmerlenbach vid. 2te Abth. p. 272.

6.) Diebstahl zu Kreußebach oder Wintersbach. vid. 2te Abth. p. 273.

7.) Versuchter Diebstahl zu Weckbach und auf einem Ort bei Ohrenbach. vid. 2te Abth. p. 122.

8.) Diebstahl zu Unterschönmattenwaag.

9.) Diebstahl zu Birkenfeld.

10.) Diebstahl zu Mönchberg.

11.) Diebstahl zu Rick

12.) Diebstahl zu Ehrlich.

13.) Diebstahl zu Hochstätten

14.) Diebstahl zu Sommerau.

15.) Diebstahl zu Hasloch.

16.) Diebstahl zu Wertheim an einem dasigen Uhrmacher

17.) Diebstahl zu Mallenbuch

18. ) Diebstahl zu Breitenbaum

19.) Diebstahl zu Walldorf.

33.) Johannes Vogt

vulgo Porzellan-, auch Krämer-Hannes. vid. Pfister 1ter Thl.p. 174. 2ter Thl. p. 233. v. Grolmann v. 574

Zufolge einer von Herrn Hofgerichtsrat von Grolmann in der Großherzogl. Hessischen Zeitung bekannt gemachten Nachricht, soll sich dieser berüchtigte Räuber neuerdings wieder an den Grenzen der Großherz. Hessischen Provinz Oberhessen herumtreiben, nachdem er aus seinem Arrest zu Mainz entkommen ist. Nach den hiesigen Akten kommt ihm zur Last:

1.) Attentierter gewaltsamer Einbruch- und Raub zu Grävenwiesbach. vid. 1ste Abth. p. 50.

2.) Versuchter Straßenraub bei Lich. vid. 1ste Abth. p. 148.

3.) Versuchter Einbruch in einem Dorf im Weilburgischen. vid. 1ste Abth. p. 219.

4.) Versuchter Diebstahl zu Gießen, vid. 1ste Abth. p. 219.

5.) Straßenraub auf der langen Meile bei Homburg vor der Höhe, vid. 2te Abth. p. 332

6.) Diebstahl auf einem Ort bei Homburg vor der Höhe. vid. 2te Abth. p. 344

14.) Wilhelm Vogt

vid.Pfister 1ter Thl. p. 274. von Grolmann p. 515.

Verbrechen nach den hiesigen Untersuchungsakten:

1.) Straßenraub im Spessart bei Rohrbrunn, vid. 2te Abth. p. 328.

2.) Straßenraub auf der langen Meile bei Homburg. vid. 2te Abth. p. 332.

3.) Diebstahl zu Dörnigheim bei Hanau. vid. 2te Abth. p. 544

15.) Der kleine Joseph

mehr unter dem Namen Krug-Joseph bekannt

Er kam im Jahr 1806 unter dem falschen Nahmen Valentin Hiller wegen einiger kleinen Diebstählen hier in Verhaft und blieb unerkannt. Er hatte kaum seine Freiheit wieder erlangt, als er sein altes Handwerk wieder anfing.

An Verbrechen liegen ihm in den hiesigen Untersuchungsakten zur Last:

1.) Straßenraub zwischen Reinheim und Groß-Sachsen. vid. 1ste Abth. p. 130,

2.) Straßenraub beim Eulbacher Hof. vid. 2te Abth. p. 238.

3.) Straßenraub bei Rimbach. Vid. 2te Abth. p, 214.

4.) Attentierter qualifizierter Diebstahl zu Spachbrücken. vid. 2te Abth. p. 246.

16.) Leonhard’s Conrad

vulgo schwarzer Conrad, vid. Pfister 1ter Thl. p.157. 2ter Thl. p. 237. v, Grolmann p. 483

Verbrechen:

1.) Gewaltsamer Einbruch und Raub auf der Aumühle. vid. 1ste Abth. p. 63.

2.) Schafdiebstahl beim Schoppenhof und dabei erfolgte Ermordung eines nachsetzenden Verfolgers der Diebe. vid. 2te Abth. p. 494

17.) Wetterauer Hannes

oder Hanneschen, vid. Pfister 1ter Thl. P. 179. 2ter Thl. p. 240. v. Grolmann p. 490.

Verbrechen kommen ihm in den hiesigen Untersuchungsakten zur Last:

1. ) Intendierter Diebstahl zu Mösbach, wirklich verübter zu Nonrod, Attentierter zu Güttersbach und dann in der nämlichen Nacht wirklich verübter zu Crumbach. vid. 2te Abth. p. 311,

18.) Christian

ein kaiserlicher Deserteur, vid. Pfister 1ter Thl, p. 181.

Verbrechen nach den hiesigen Untersuchungsakten:

1.) Straßenraub bei Steinau, vid. 2t6 Abth. p. 241.

An dem bei Pfister ihm zur Last geschriebenen attentierten Straßenraub bei Vilbel soll er, nach Martin Rupprechts Angabe, keinen Teil genommen haben.

19.) Henrich Festweber

vulgo Hessen-Henrich, auch Hessen-Hannes genannt, vid. Pfister 1ter Thl. p. 182. 2ter Thl. p. 243. v. Grolmann p. 459.

Verbrechen kommen ihm da hier zur Last:

1.) Straßenraub bei Hauswurz vid. 1ste Abth. p. 82.

2.) Straßenraub zwischen Butzbach und Wetzlar, vid. 1ste Abth. p. 95.

3.) Versuchter Einbruch in einem Dorf im Weilburgischen jenseits der Lahn. vid. 1ste Abth. p. 218.

4.) Versuchter Straßenraub bei Lich, vid. 1ste Abih. p. 148.

5.) Straßenraub zwischen Hanau und Wilhelmsbad, vid. 1ste Abth. p. 124.

6.) Intendierter gewaltsamer Einbruch und Rauh zu Eckardenroth. vid. 1ste Abth. p. 68

7.) Diebstahl zu Gedern, vid. 1ste Abth. p. 167.

8.) Diebstahl zu Langenbergheim, vid. 1ste Abth. p. 164.

9.) Kesseldiebstahl auf der dasigen Mühle, vid. 1ste Abth. ibid.

10.) Attentierter Straßenraub im Wald bei Münzenberg. vid. 1ste Abth. p. 155.

11.) Diebstahl in einem Dorf in der Wetterau eine Stunde von der Hasselhecke. vid. 1ste Abth. p. 212

12.) Attentierter Straßenraub im Büdinger Wald, vid. 1ste Abth. p. 151.

13.) Straßenraub auf der langen Meile bei Homburg vor der Höhe. vid. 2te Abth. p, 332.

19.) Jochem

(Joachim Koch). Vid. Pfister 1ter Thl. p. 184. 2ter Thl. p. 245. v. Grolmann p.497.

Ein genaues von Herrn Hofgerichtsrat von Grolmann nah der Natur aufgenommenes Signalement findet sich in der Großherzogl. Zeitung No. 96. und in den Justiz-und den Polizei – Blättern von 1814 No. 196 und 197.

Ich finde umso mehr zweckmäßig dieses Signalement hier aufzunehmen, da dieser gefährliche Räuber sich nach den dasigen Nachrichten wieder auf freiem Fuß befindet.

Joachim Koch aus der Tann, Bruder des großen Hanfrieds, der große Joachim, auch der dürre Joachim genannt, gegen 30 bis 32 Jahre alt, gerade 5 Schuh 6 Zoll rheinischen Maßes groß, hat hellbraune Haare und Augenbraunen, gewölbte Stirne mit starken Ecken an der Haar – Grenze, große gestreckte spitze Nase, etwas kleinen Mund mit ziemlich dicken Lippen, rundes Kinn, längliches Gesicht und etwas mehr als gewöhnlich helle Gesichtsfarbe und längliche bräunlich hellgraue Augen. Er zieht übrigens gern Falten auf der Stirne, affektiert eine lächelnde Mine, spricht etwas gedehnt, leise und bedächtig und hat eine heisere beinahe weibliche Sprache.

Verbrechen liegen ihm da hier zur Last:

1.) Gewaltsamer Einbruch und Raub zu Altenhofen. vid. 1ste Abth. p. 60.

2.) Straßenraub in dem Altenkronauer Wald. vid. 1ste Abth. p. 83.

20.) Johann Justus Holzapfel

vulgo krummer oder lahmer Han- Jost, vid. Pfister 1ter Thl, p. 283. 2ter Thl. p. 249. v. Grolmann p. 493 und 567.

Er ist im Stockhaus zu Gießen verstorben, und die ihm hier zur Last kommenden Verbrechen werden daher nicht aufgezählt.

21.) Johannes Siepel

des Johann Justus Holzapfels Schwager. vid. ,Pfister 1ter Thl. 186. 2ter Thl. p. 249. v. Grolmann p. 574.

An Verbrechen liegen ihm da hier zur Last:

1.) Straßenraub zwischen Oberrod und Heusenstamm. vid. 1ste Abth. p. 108.

2.) Straßenraub bei Steinau, vid. 2te Abth. p. 241.

22.) Wilhelm Euler

vulgo Höllenbrands Wilhelm, vid. Pfister 1ter Thl. p. 186. 2ter Thl. p.

Er war voriges Jahr in Gießen verhaftet und von dem dasigen Kriminalgericht, wegen der Teilnahme an dem Straßenraub bei Steinau, hierher zur Konfrontation geschickt, war aber zu einem Geständnis nicht zu bringen. Neuerdings soll er wieder in Gedern unter dem Namen Conrad Braun verhaftet sein, und in dortiger Gegend unter dem Namen dicker oder auch Krämers-Wilhelm bekannt sein. Außer dem Straßenraub bei Steinau ( vid. 2te Abth. P. 241.) sind in den hiesigen Untersuchungsakten keine weitere Verbrechen gegen ihn eingegeben.

23.) Jörg Müller

vulgo Überklug, auch Ofenputzers Jörg genannt, vid. Pfister 1ter Thl. p. 198. 2ter Thl. p. 250.

Nach Heusners Angabe soll er in Würzburg verhaftet sein, auch eine Zeitlang als sogenannter Fleischmann gebraucht worden sein. An Verbrechen kommen ihm da hier zur Last:

1.) Straßenraub bei Königshofen, vid. 1ste Abth. p. 120.

2.) Attentierter Straßenraub zwischen Miltenberg und Waldürn. vid. 1ste Abth. p. 143.

3.) Diebstahl zu Hainstadt. vid. 1ste Abth. p. 112,

24.) Jakob Selser

vid. Pfister 1ter Thl. p. 195.

An Verbrechen liegt ihm hier zur Last:

1.) Straßenraub zwischen Diedelsheim und Heincher vid. 1 ste Abth. p. 110

2.) Straßenraub bei Steinau, vid. 2te Abth. p. 241

3.) Straßenraub in dem Erbstädter Wald, vid. 2te Abth. p.

4.) Straßenraub bei Lichstadt

25.) Wilhelm Rhein

(Überrheiner Wilhelm). vid. Pfister 1ter Thl. p. 104. 2ter Thl. p. 254.

Nach Heusners Angabe ist nicht er, sondern sein Schwager auf die Galeeren gekommen. Es sind außerdem die von dem vormaligen Peinl. Gerichtshof zu Mainz zu den Galeeren Verurteilten, die ihre Verbrechen nicht in dem alten Frankreich begangen haben, mit den in diesem Reich eingetretenen Regierungsveränderungen an die jetzige Behörden des vormaligen Departements des Donnersberg zurückgeliefert worden, und nach offiziellen Nachrichten manche von ihnen auf deutschem Boden ihrer Gewahrsam entsprungen, weshalb es an seinem Ort sein wird das Signalement des gegenwärtigen berüchtigten Räubers anzugeben.

Derselbe ist 39 – 40 Jahr alt, 5 Schuh 4 – 5 Zoll groß, dicker, sehr untersetzter Statur, hat hellblonde, vornen an den Spitzen stark ins Gelbe fallende abgeschnittenes Haare, blonde Augenbrauen, gewöhnliche Stirne und Nase, an welch letzterer das besondere Abzeichen ist, dass sich in dem einen Nasenläppchen eine von einem Biss herrührende Narbe befindet, hat einen rötlichen Bart, dickes vollkommenes Gesicht, etwas jedoch sehr unmerklich von unten herauf gebogene Beine; handelte sonst mit Porzellan.

Er hatte ehedem die zweite Tochter des Porzellan-Hannes (Johannes Vogt, vid. No.23.) zur Beischläferin; diese heißt Catherine oder Sibylle, ist mittlerer Statur, hat eine dünne mittelmäßige Nase, gewöhnlichen Mund, ein glattes sauberes Gesicht, gelbe Haare und ist ohngefehr 25 Jahralt. Sie hatte 1819 noch keine Kinder. Er hatte, nach Aussage Heusners, gewöhnlich Pässe von dem Maire zu Altdorf am Donnersberge. Auf der rechten Rhein Seite hatte er meistens seinen Aufenthalt in der Gegend von Hanau und Windecken; auch machte er öfter Reisen nach Sachsen, namentlich nach Dresden und Meißen, wo er Porzellan – Ausschuss zum Handel einkaufte. Die Narbe an dem einen Nasenläppchen rührt daher, dass er bei einem Streit in der Wetterau mit dem Henrich Pfeiffer vulgo Pfeifferchen, der bei Miltenberg im Main ertrunken ist, gebissen wurde. An Verbrechen liegen demselben hier zur Last:

1.) Attentierter gewaltsamer Einbruch und Raub zu Grävenwiesbach. vid. 1ste Ath. p. 51.

2.) Gewaltsamer Einbruch und Raub zu Altenhofen.  vid. 1ste Abth. p. 60,

3.) Gewaltsamer Einbruch und Raubauf der Aumühle. vid. 1ste Abth. p. 63.

4.) Hausraub auf dem Hardarer Jägerhaus. vid. 2te Abth. p. 406.

5.) Versuchter gewaltsamer Einbruch und Raub zu Eckardenroth, vid. 1ste Abth. p. 68

6.) Straßenraub bei Hauswurz, vid. 1ste Abth. p. 82,

7.) Straßenraub zwischen Butzbach und Wetzlar. vid. 1ste Abth. p. 99

8.) Straßenraub zwischen Reinheim und Spachbrücken, vid. 1ste Abth. p. 104.

9.) Versuchter Straßenraub bei Lich. vid. 1ste Abth. p. 148,

10.) Attentierter Straßenraub im Walde bei Münzenberg. vid. 1ste Abth. p. 115

11.) Attentierter Straßenraub zwischen Rothenberg und Beerfelden. vid. 1ste Abth. p. 157.

12.) Versuchter Diebstahl in einem Ort im Weilburgischen. vid. 1ste Abth. p. 218.

13.) Attentierter Diebstahl zu Gießen. vid. 1ste Abh. p. 219.

14.) Attentierter Diebstahl in einem Städtchen in der Wetterau, vid. 2te Abth. p. 305.

15.) Mord des Zinngießer Ludwigs (Ludwig Wagner. vid. 1ste Abth., p. 66.

16.) Gewaltsamer Einbruch und Raub zu Lengfeld

26.) Philipp Delis

vulgo Zahnfranzen-Philip; vid. Pfister 1ter Thl. p. 198. 2ter Thl. p. 255.

Dessen Beischläferin ist die Schwester des Johannes Fuchs vulgo barfüßiger Hannes von Wenden.

Der Vater derselben heißt Henrich Fuchs, an dessen einen Fuß fehlt der untere Teil; er ist angeblich ein gelernter Schneider seiner Profession, und zog sonst als Vagabund herum, indem er sich mit dem Fertigen und dem Verkauf von Kringen abgab. In neuerer Zeit soll er zu Seelbach im Herzogl. Nassauischen im Hauszins wohnen.

An Verbrechen kommen dem Zahnfranzen – Philipp da hier zur Last:

1.) Straßenraub bei Königstein.

2.) Attentierter qualifizierter Diebstahl zu Spachbrücken. vid. 2te Abth. p. 248.

3. ) Diebstahl zu Langstadt. vid. 2te Abth. p. 251.

4.) Diebstahl zu Beedenkirchen. vid. 2te Abth. p 253.

5.) Diebstahl zu Langenbrombach  vid. 2te Abth. p. 264.

6.) Diebstahl zu Hetzbach. vid. 2te Abth. p. 268,

7.) Diebstahl zu Bockenrode. vid. 2te Abth. p. 269.

8.) Diebstahl bei der Fuchsenhütte, vid. 2te Abth. p. 293.

9.) Attentierter Diebstahl zu Grumbach  vid. 2te Abth. p. 296.

10.) Diebstahl zu Ober-Ramstadt. vid. 2te Abth. p. 296.

11.) Diebstahl zu Waldmichelbach  vid. 2te Abth. p. 297.

12.) Diebstahl zu Würzburg und auf dem Eulbacher Hof. vid. 2te Abth. p. 298.

13.) Diebstahl zu Heubach bei Umstadt.

14.) Diebstahl zu Jugenheim.

15.) Diebstahl auf der Straßenmühle bei Langstadt

16.) Diebstahl zu Frau-Naußes. vid. 1ste Abth. p. 229.

17.) Intendierter Fleischdiebstahl zu Sulzbach.

27.) Schnallenmachers Jörg

auch Hingemer Schnallenmacher genannt. vid. Pfister 2ter Thl. p. 256.

Zu seinem Signalement ist noch zu bemerken, dass er auf der Nase eine Schramme von einem Schlag hat. An Verbrechen kommt ihm hier zur Last:

1.) Versuchter Straßenraub bei Beerfelden. vid. 1ste Abth. p.153.

2.) Kessel-Diebstahl zu Fahrenbach. vid. 1ste Abth. p. 194.

3.) Diebstahl zu Krökelbach. vid. 1ste Abth. p. 220.

4.) Diebstahl auf einem Ort bei Beerfelden. vid. 2te Abth. p. 439.

Bei Pfister 1. c. wird ihm die Teilnahme an dem Einbruch zu Wiesenthal vulgo Wißelden irrig zugeschrieben.

28.) Johann N.N. vulgo Schneiderlein, auch Basler

Er wird auch Betzen Schneider daher genannt, weil er eine Zeitlang die einäugige Tochter eines sichern Johann Adam Betz zur Beischläferin hatte.

Er ist ungefähr 5 Schuh 2 Zoll groß, hat ausgebogene Beine, schielt mit beiden Augen, hat schwarze nach Bauernart geschnittene Haare, ist von schmaler hagerer Statur; sein Gesicht ist bleich, weiß und länglich, seine Nase an der Spitze etwas in die Höhe gebogen, der Mund groß. Es ist indes umso wahrscheinlicher, dass die Angaben Heusners und Karns, wonach er erfroren ist, richtig stehen, da ersterer selbst die Gegend nennt, wo es geschehen ist.

Hier kommen ihm übrigens an Verbrechen zur Last:

1.) Diebstahl zu Wiesenfeld. vid. 1ste Abth. p. 177.

2.) Diebstahl zu Schwabhausen, vid. 1ste Abth. p. 177.

3.) Diebstahl zu Umpfenbach. vid. 1ste Abth. p. 132,

4.) Diebstahl auf einem Dorf bei Albersbach vid. 2te Abth. p, 475.

Nah Untersuchungsakten des Königl. Bayerischen Landgerichts Karlstadt kommt ihm sodann auch noch zur Last: Diebstahl zu Wüstenzell

29.) Meinzer Hannes

vid. Pfister 2ter Thl. p. 258

Er ist häufig in der Gesellschaft eines Porzellan- und steinernen Geschirr-Händlers namens Herzog, der sonst in der hiesigen Provinz öfter sich aufhielt. Durch diesen soll er auch Pässe erhalten haben. Nach Johannes Kinzingers Aussage ist dessen erste Frau nicht die Tochter des Bettel oder Schinder-Lorenz, sondern des sogenannten Krummhals gewesen.

An Verbrechen liegt ihm hier zur Last:

1.) Diebstahl zu Anspach. vid. 1ste Abth. p. 162.

30.) Johann Georg Kleebach

vulgo der Mühlarzt oder Müller, vid. Pfister 2ter Thl. p. 258.

Er ist höchstwahrscheinlich der bei von Grolmann p.381 vorkommende Martin Knaus: zum wenigsten ist dieser es, welcher in den hiesigen Untersuchungsakten vorkommt, in denen ihm zur Last liegt:

1.) Versuchter Straßenraub bei Lich. vid. 1ste Abth. p. 148,

2.) Versuchter Straßenraub im Walde zu Münzenberg. vid. 1ste Abth. p. 155.

3.) Attentierter Diebstahl im Weilburgischen. vid. 1ste Abth. pp. 218.

31.) Geis-Lips

vid. Pfister 2ter Thl. p. 252.

1.) Einbruch zu Anspach. vid. 1ste Abth. p. 162.

31.) Martin Rinkert

vulgo Han-Martinchen, vid. Pfister 2r Thl. p. 260

Es ist ausgemacht, dass er nicht mehr an Leben ist; seine Frau sitzt hier. Ihre Schwester war ehedem die Beischläferin des Krug- Josephs und zuletzt die des Johann Adam Steiningers vulgo Überrheiner Han- Adams. Sie hat den Namen die Große Catherine. Der im Main ertrunkene Henrich Pfeiffer war der Bruder von diesen Weibsleuten. Bei dem nicht zweifelhaften Tod des Rinkerts werden die Verbrechen, die ihm hier zur Last liegen, nicht verzeichnet.

32.) Sieb-Michel von Albersbach. vid. Pfister 2ter Thl. p. 291.

Ein Signalement wollte keiner der hiesigen Inquisiten geben können. Nach Heusners Angabe hielt sich derselbe sonst häufig zu Ober – und Unter- Schönmattenwag in dem Großherzog. Hessischen Amte Hirschhorn auf. Zur Last liegt ihm hier: Attentierter Straßenraub zwischen Miltenberg und Walddüren

33.) Friedrich Wild

vulgo Bürsten-Friedrich. vid. Pfister 2ter Thl. p. 261

Derselbe hat seine Frau und Kinder verlassen und führt wahrscheinlich jetzt ein anderes Weibsbild bei sich. An Verbrechen liegt ihm hier zur Last:

1.) Straßenraub an dem sogenannten Entenpfuhl im Umstädter Centwald. vid. 2te Abth. p. 237.

2.) Straßenraub bei Rimbach. vid. 2te Abth. p. 244.

3.) Attentierter Diebstahl zu Spachbrücken. vid. 2te Abth. p. 248.

4.) Diebstahl zu Langstadt. vid. 2te Abth. p. 201,

5.) Diebstahl zu Beedenkirchen. vid. 2te Abth. p. 253,

6.) Eselsdiebstahl zu Höchst. vid. 2te Abth. p. 254.

7.) Eselsdiebstahl auf der Kohlbacher Mühle. vid. 2te Abth. p. 254.

8.) Eselsdiebstahl zu Mossau. vid. 2te Abth. p. 254.

9.) Eselsdiebstahl zu Waldmichelbach. vid. 2te Abth. p. 255.

10.) Diebstahl zu Langenbrombach, vid. 1te Abth. p. 264.

11.) Diebstahl zu Hetzbach. vid. 2te Abth. p. 268.

12.) Diebstahl zu Bockenrode, vid. 2te Abth. p. 269.

13.) Diebstahl zu Klein – Rohrheim vid. 2te Abth. p. 280.

14.) Diebstahl zu Wixhaußen. vid. 2te Abth. p. 281.

15. ) Diebstahl zu Bierbach und Attentierter zu Wersau. vid. 2te Abth. p. 283.

16.) Diebstahl zu Alsbach. vid. 2te Abth. p. 284.

17.) Diebstahl zu Groß-Zimmern. vid. 2te Abth. p. 284.

18.) Diebstahl auf der Bobenhaußer Ziegelhütte. vid. 2te Abth. p. 292.

19.) Schafdiebstahl bei der Fuchsenhütte, vid. 2te Abth. P. 293

20.) Eselsdiebstahl zu Mühlhausen. vid. 2te Abth. p. 295.

21.) Attentierter Diebstahl zu Grumbach. vid. 2te Abth. p. 296.

22.) Diebstahl zu Ober-Ramstadt. vid. 2te Abth. p. 296.

23.) Diebstahl zu Waldmichelbach. vid. 2te Abth. p. 297.

24.) Intentirter Diebstahl zu Sulzbach. vid. 2te Abth. p. 506.

25.) Diebstahl zu Heubach.

26. ) Diebstahl zu Jugenheim.

27.) Diebstahl auf einem Orte bei König.

34.) Peter Keil

vid. Pfister 2ter Thl. p. 262.

Hier kommt ihm zur Last: 1. ) Straßenraub bei Rimbach.

35.) Georg N. N.

vid. Pfister 2ter Thl. p. 262.

Derselbe ist ungefähr 37 – 38 Jahr alt, dick und breitschulterig von mittelmäßiger Statur, hat ein etwas breites aber glattes Gesicht, dicke Lippen, gewöhnliche Nase und Mund. Zur Last kommt ihm hier:

1.) Straßenraub bei Rimbach.

2.) Straßenraub bei Dieburg.

3.) Diebstahl zu Scherring. vid. 1ste Abth p. 201,

36.) Der Geisbub

vid. Pfister 2ter Thl. p. 263.

Sein eigentlicher Name ist Georg Wilhelm. Das Signalement hat Pfister.

Zur Last kommt ihm hier:

1.) Straßenraub im Eulbacher Wald. vid. 2te Abth. p. 240,

2. ) Diebstahl zu Steinbach. vid. 1ste Abth. p. 2160.

3.) Diebstahl zu Schannenbach. vid. 1ste Abth. p. 161,

4.) Diebstahl zu Bierbach und Attentierter zu Wersau. vid. 2te Abth. p. 283.

5.) Straßenraub bei Ohrenbach.

37.) Die sogenannten Conrads-Buben

vid. Pfister 2ter Thl. p. 263,

Nach Grasmanns Angaben kommen ihnen hier zur Last:

1.) Diebstahl zu Oberkainsbach,

2.) Diebstahl zu Rimbach in dem dasigen Hofhaus.

3.) Diebstahl zu Zotzenbach.

4.) Diebstahl zu Erbach.

5.) Attentierter Straßenraub bei Fahrenbach

Außerdem hat der dritte von den Conrads Buben den J. A. Steininger vulgo Überrheiner Han-Adam, weil er nicht zu dem oben pag. 367 vorkommenden Straßenraub gezogen wurde, um seinen Kramkasten betrogen.

38.) Friedrich N. N.

vid. 2ter Thl. p. 204.

Er saß ehedem mit dem Krug-Joseph und Henrich Weber unter dem Namen Friedrich Köhliger in dem hiesigen Stockhaus wegen eines zu Steinheim begangen gewesenen Diebstahls. Es war kurz nach dem Straßenraub zwischen Weinheim und Großsachsen (vid. 1ste Abth. p. 130.) als er mit dem Krug-Joseph und dem Henrich Oberländer, so wie mit der letzteren Beischläferinnen auf dem neuen Wirts-Haus bei Großauheim verhaftet wurde. J. A. Heusner lag auf einem benachbarten Orte, und die Räuber hatten sich zusammenbestellt, um einen andern Raub jenseits des Mains auszuführen. Durch die damalige Untersuchung zeigten sich zwar jene als höchst verdächtige Kerl, allein dass sie Räuber und Diebe von Profession waren, blieb unentdeckt.

Er ist 36 – 37 Jahre alt, 5 Schuh 4 – 5 Zoll groß, schwärzlicher Gesichtsfarbe, hat etwas pockennarbiges längliches Gesicht, schwarzbraune Haare, eine etwas spitzige sonst regelmäßige gestreckte Nase; er hängt den Kopf etwas ein; und spricht ziemlich reines deutsch, aber sehr bedächtig. Nach seiner hier gemachten Angabe ist er aus Rönenberg im Hannövrischen gebürtig, sein Vater nährte sich ohne festen Wohnort zu haben, mit Lumpensammeln und einem Handel mit Hirsen und Weißmehl; er wurde im Kloster Arensberg konfirmiert, diente sieben Jahre unter dem preußischen Militär und nährte sich bei seiner Verhaftung mit Mannenmachen und Zunderhandel.

Ein Verbrechen kommt ihm hier zur Last:

1.) Straßenraub zwischen Weinheim und Groß-Sachsen. vid. 1ste Abth. p. 130.

39.) Christian N. N.

vid. Pfister 2ter Thl. p. 265.

Er wird auch der Scheppe Preuß genannt. Zu dem an dem bemerkten Ort sich findenden Signalement ist noch beizufügen, dass derselbe schiefgebogene Beine und einen wackelnden Gang hat. Er führt gegenwärtig ein großes starkes Weibsbild bei sich; seine erste Beischläferin war die Schwägerin des Ziegler Philipp Müllers von Rimbach.

An Verbrechen liegt ihm da hier zur Last:

1.) Straßenraub zwischen Weinheim und Großsachsen. vid. 1ste Abth. p. 230.

2.) Diebstahl zu Oberlaudenbach. vid. 1ste Abth. p. 306,

40.) Schrammbäckiger Bube

vid. Pfister 2te Abth. p. 265.

Er zog früherhin mit J. A. Grasmann umher, der ihn zum Diebesleben angeführt hat. Der nach Pfister 1. c. unter dem Namen Johann Georg Schramm in Mergentheim eingesessene Gauner wurde nicht für ihn erkannt. Sein Geburtsort scheint Hochstädten in dem Großherzogl. Amt Zwingenberg zu sein, da sein Pate ein daselbst ansässiger Einwohner sein soll.

An Verbrechen liegt ihm hier zur Last:

1.) Straßenraub bei Rimbach. vid. 2te Abth. p. 244.

2.) Diebstahl zu Klein Rohrheim, vid. 2te Abth. p. 260,

3.) Diebstahl zu Zell. vid. 2te Abth. p, 255

41.) Lutzen Jakobs-Jörg

Er ist 26– 27 Jahr alt, 5 Schuh 5 – 6 Zoll groß, gesetzter Statur, hat blonde, auf Bauernart geschnittene Haare, niedere Stirn, blonde Augenbraunen, graue Augen, kurze dicke Nase, mittelmäßigen Mund, breites vollkommenes Gesicht, rundes Kinn, schwarzbraune Gesichtsfarbe. Sein Vetter, Jakob Lutz, handelte ehedem mit Fayence und soll auf dem Grimhäcker Hof bei Umstadt verstorben sein.

An Verbrechen liegen ihm hier zur Last:

1.) Diebstahl zu Kreuz- Wertheim, vid. 1ste Abth. p. 187.

2.) Diebstahl zu Kloster Neustadt, vid. 1ste Abth). P. 168,

3.) Diebstahl zu Diebach. vid. 1ste Abth. p. 189

42.) Georg Fontsch

vid. Pfister 2ter Thl. p. 280.

Ist gegenwärtig zu Mannheim verhaftet. Die ihm hier zur Last liegende Verbrehen hat man dorthin mitgeteilt, und man unterlässt daher hier sie besonders aufzuzeichnen.

43.) Schuhmachers Peter

vid. Pfister 2ter Thl, p. 267.

Er ist nicht, wie bei Pfister 1. c. angegeben, von Groß-Reichelsheim, sondern von Haußen auf der sogenannten Winterau im Königl. Bayerischen Landgericht Homburg. Seit Vater ist daselbst ansässig und er hielt sich bei solchem vor 10 – 12 Jahren auf und arbeitete auf der Profession, nach Kinzingers Angabe soll er aber schon seit mehreren Jahren von Haus flüchtig sein. Sein Vorname ist Peter, den Zunahmen wollte weder Heusner noch Kinzinger angeben, beide auch ein näheres Signalement von ihm wegen Länge der Zeit nicht abgeben können. Nach Kinzingers Angabe ist er indes dadurch ausgezeichnet, dass ihm an einer Hand das Gelenke eines Fingers fehlt.

Verbrechen liegen ihm hier zur Last:

1.) Diebstahl zu Hainstadt. vid. 1ste Abth. p. 172,

2.) Diebstahl auf der Bohnbrücker Mühle bei Eselsbach. vid. 2te Abth. p. 449.

3.) Diebstahl zu Micheren. vid. 2te Abth. p. 458.

44.) Christian von Rimbach

vid. Pfister 2ter Thl. p. 267.

Er ist der nämliche, der oben sub. no. 39, vorkommt. Nach Kaspar Mümdörfers Angabe hat er auch Teil an einem Schweindiebstahl auf der Tromm.

45.) Christian Martin

vulgo Trierischer, auch Zitter-Christian

Er ist aus Walderich in dem ehemals Trierischen gebürtig; seine Schwester ist die Frau des Friedrich Wild vulgo Bürsten-Friedrichs. Derselbe ist 23 Jahr alt, 5 Schuh 2 – 3 Zoll groß, etwas untersetzter Statur, hat hellbraune Haare und hellblaue Augen. Er kam im Jahr 1803 wegen Teilnahme an einem zu Beerfelden verübt wordenen qualifizierten Diebstahl auf vier Jahr in das damalige hiesige Zuchthaus, aus dem er nach überstandener Strafzeit unter Verweisung in seine Heimat wieder entlassen wurde. Neueren Nachrichten zufolge soll er sich wieder im Odenwalde herum treiben. Er ist Bürstenbinder und Korbmacher.

Die Verbrechen, die ihm hier zur Last kommen, sind folgende:

1.) Diebstahl zu Breitenwiesen. vid. 1ste Abth. 204.

2.) Diebstahl zu Michelbach. vid. 2te Abth. p. 297.

3.) Diebstahl zu Niederkinzig. vid. 2te Abth. p. 297.

46.) Hohenstein

Schäfer zu Hainchen. vid. Pfister 2ter Thl. p. 268.

Er ist zu Hainchen ansässig und sein Signalement daher wohl überflüssig. Neben der Teilnahme an dem Diebstahl auf dem Reußer-Hof bei Langendiebach (1ste Abth. p. 264) kommt ihm besonders Hehlerei und Begünstigung der berüchtigtsten Räuber zur Last, von welchen er ein besonderer Vertrauter ist.

47.) Der kleine Jörg

Derselbe ist 5 Schuh 2 — 5 Zoll groß, in den 50 Jahren, etwas schmaler Statur hat ein plattes breites Gesicht, gewöhnliche Nase und Mund, graue Haare Und eine Glatze. Er soll eigentlich Johann Georg Hofmann heißen und von Kirch- oder Langenbrombach in der Grafschaft Erbach sein. Nach Heusners Angabe war er wegen eines zu Bleichenbach begangenen Diebstahls zu Hanau verhaftet und wurde von da an das Kriminalgericht zu Gießen abgegeben. Nach von Hanau erhaltener Nachricht ist wirklich ein Kerl, der sich Johann Georg Hofmann nannte und wegen des bemerkten Diebstahls arretiert war, nach Gießen abgeliefert worden.

Verbrechen liegen ihm da hier zur Last:

1.) Gewaltsamer Einbruch und Raub zu Geislitz. vid. 1ste Abth. p. 43.

2.) Gewaltsamer Einbruch und Raub auf der Mühle bei Oberliederbach. vid. 1ste Abth. p. 55.

3.) Attentierter gewaltsamer Einbruch und Raub zu Grävenwiesbach. vid. 1ste Abth. P. 51,

4.) Diebstahl auf dem Reußer Hof bei Diebach. vid. 1ste Abth. p. 204.

Nach Heusners Angaben soll er auch mit dem kleinen Han – Adam und dem Porzellan Hannes einen Diebstahl in einem Ort bei Ilmstadt ( wahrscheinlich Assenheim ) begangen haben. Auch soll er mit dem Porzellan – Hannes vor mehreren Jahren unfern Butzbach den da mahlen von Frankfurt nach Wetzlar gefahrenen Reichspfennigs-Wagen angegriffen und beraubt haben.

Er war schon ein berüchtigtes Mitglied von der Bande des Schinderhannes und ist auch ein sogenannter Kastenkrämer. Außer ihm gibt es noch einen kleinen Jörg, der sich meistens in der Gegend von Ullrichstein und dortiger Gegend aufhalten soll, und ein Ratten- und Maulwurfsfänger ist. Ein näheres Signalement konnte von ihm nicht erhoben werden. Im Jahr 1808 um Bartholomä soll bei Huthen unfern Schlüchtern ein Erschlagener gefunden worden sein, der an der einen Hand das Glied eines Fingers verloren hatte; nach Heusners Angabe war eben dieser Jörg und Drekers Peter (vid. v. Grolmann, p. 502.) diejenigen, welche den Mord begangen haben.

48.) Barthel N. N.

vid. Pfister 2ter Thl. p. 168.

Er kommt bei den Kochemern nur unter dem Namen Bartelchen vor und zog sonst besonders mit dem Wurzel-Jörg umher, und scheint übrigens keineswegs der in Marburg hingerichtete Barthel von der Velten zu sein. Er ist ein junger Bursche von 22 – 24 Jahren, mehr kleiner als mittelmäßiger Statur, schlanken Wuchses und ein Schneider von Profession; ein genaueres Signalelement konnte man hier nicht von ihm erhalten.

Verbrechen liegen ihm hier zur Last:

1.) Versuchter Diebstahl zu Weckbach und in einem andern Orte bei Ohrenbach. vid. 2te Abth. p. 303

2.) Diebstahl in dem vormaligen Kloster Schmerlenbach, vid. 2te Abth. p. 272.

3.) Diebstahl zu Sommerau.

4.) Diebstahl zu Mosbach im Bachgau

5.) Diebstahl auf der Straßenmühle bei Langstadt.

6.) Diebstahl zu Fürstengrund

49.) Johannes Fuchs

vid. Pfister 2ter Thl. p. 260.

Er ist der sogenannte barfüßige Hannes und in Wiesbaden verhaftet. Da er die Verbrechen, die gegen ihn in den hiesigen Untersuchungsakten angegeben sind, bereits eingestanden hat, so unterlässt man es sie hier namentlich anzuführen, so wie man es auch für überflüssig hält sein Signalement bei seinem Verhaft noch anzuführen.

50.) Johann Martin Lind

vid. Pfister 2ter Thl. p. 269

Nach dem Verbrechen, welches ihm bei Pfister I.c. zur Last geschrieben wird, ist er niemand anders als der oben sub 11. 31. vorgekommene Johann Martin Rinkert, der sich zuweilen auch bloß Rink nannte und von dem barfüßigen Hannes als der vierte Teilnehmer angegeben wird.