Vorrede

Actenmäßige Nachrichten von dem Räubergesindel in den Maingegenden, dem Odenwald und den angrenzenden Ländern. Besonders in Bezug auf die in Darmstadt in Untersuchung befindlichen Glieder desselben Von C.F. Brill, Großherzogl. Hessischem Kriminal-Richter zu Darmstadt. Erste Abtheilung.

Ich übergebe dem Publico gegenwärtige Nachrichten, mit dem Wunsche, dass sie nur einen geringen Theil von dem Beifall finden mögten, welchen die Actenmäßige Geschichte der Räuberbanden an den beiden Ufern des Main’s und Spessart -und im Odenwald von Herrn Stadt-Direktor D. Pfister, und die Actenmäßige Geschichte der Vogelsberger und Wetterauer Räuberbanden, von denen sie als Fortsetzung und Vervollständigung erschienen, gefunden haben. Ich würde vielleicht mit eben dem Rechte dieselben Aktenmäßige Geschichte der Räuberbanden nennen, mit dem die bemerkten Werke diesen Titel führen; da inzwischen in solchen: eben so wenig wie in diesen eine Geschichte der Entstehung und Bildung einer Räuberbande gegeben wird; auch der Ausdruck Bande meiner Überzeugung nach nicht passend sein mögte, da die Räuber von denen und von deren Verbrechen die Rede ist, nicht in einer festen ausschließenden Verbindung und Zusammenhang standen, sondern sich zur Ausführung ihrer Untaten zusammenrotteten, wie sie sich in einer Gegend zusammenfanden; so glaubte ich passender meiner Arbeit den vorgesetzten Titel geben zu müssen.

Die zweite Abtheilung, welche besonders von denjenigen Verbrechen sprechen wird, an denen die berüchtigten Räuber Joh. Adam Grasmann, Martin Rupprecht, Joh. Adam Wehner, Johannes Lehn und Johannes Kinzinger, sodann Jakob Erbeldinger und Georg Tascher mit andern ihrer Spießgesellen Theil genommen haben, wird unverzüglich nachfolgen.

Darmstadt den 25ten Oktober 1814