Waldbrunn, die waldreiche Gemeinde im südlichen Odenwald, besteht heute aus den sechs Ortschaften Strümpfelbrunn, Waldkatzenbach, Mülben, Schollbrunn, Oberdielbach, Weisbach und die beiden Weiler Ober- und Unterhöllgrund. Der Naturraum Waldbrunns ist durch eine ausgedehnte Buntsandstein-Hochfläche gekennzeichnet, die von tiefeingeschnittenen Tälern mit herrlichen Bachläufen unterteilt wird. Mit 626 Metern Höhe überragt der Katzenbuckel, höchster Berg des Odenwaldes, die Hochfläche und ermöglicht einen faszinierenden Panoramablick.

200 Jahre zurück – nach der Zerschlagung der rechtsrheinischen Schinderhannesbande finden sich viele Räuber hier im Odenwald wieder zusammen und verstärken die etwa 150 Mitglieder zählende, immer wieder auseinanderlaufende und zusammenfindende Odenwälder Bande. Ihr Anführer – der „Hölzerlips». In dieser Gegend begingen sie viele Straftaten, anfangs oft nur Diebereien, um satt zu werden. Mit der Zeit aber wurden die Überfälle immer schwerer und dreister.

Auch «Schinderhannes» selbst soll zeitweise in der Höhle gehaust haben. Er soll sogar in der Nähe 400 Gulden vergraben habe – gefunden wurden sie aber nie.

Das Felsenhaus nördlich des Waldbrunner Ortsteils Mülben

Der Raum Mülben, Höllgrund, Reisenbacher Grund und Galmbach war eines dieser Schlupfwinkelgebiete, in dem auch das aufgesuchte imposante Felsenhaus liegt. Die oberirdische Höhle aus Sandsteinquader ist inzwischen eingefallen (oder zerstört). Von hier aus starteten sechs Bandenmitglieder unter Hölzerlips am 28. April 1811 zu einem Raubüberfall an die Bergstraße.